Tempeltanz und Rockmusik für sauberes Trinkwasser in Kambodscha in der Ev. Pauluskirche Erbenheim

 

Wasserzeichen e. V. Wiesbaden lud in die Ev. Pauluskirche in Erbenheim zu einem Konzertabend unter dem Titel „Kambodscha meets Cello“. Wie bereits der Titel vermuten ließ, erwartete die Zuhörer eine Veranstaltung jenseits des Üblichen. Die gut besetzte neu renovierte Pauluskirche bildete den ansprechenden Rahmen für Musik, Texte und Tanz. Ziel der Veranstaltung war es, die Zuhörer nach Kambodscha mit den vielen Facetten seiner wechselvollen Geschichte zu entführen. Als Künstler des Abends wirkten das Cello Duo mit Leo Stoll und Elias Hauth, die Apsara-Tänzerin und Buchautorin Thabita Pech-Kranch, Corinna Groß als Leserin und Werner Helbig als Moderator des Abends mit.

Das Cello Duo eröffnete das Konzert mit dem 1. Satz aus Vivaldis DoppelKonzert für Celli. Nach der Vorstellung der Künstler führte Werner Helbig die Zuhörer in die französischen Kolonialzeit Kambodschas, aus der noch viele Villen in Phnom Penh und Battambang erhalten sind. „La Vie en Rose“ von Edith Piaf, dargeboten vom CelloDuo, nahm das Auditorium mit in diese Zeit Kambodschas.

Auszüge aus dem Buch „Überleben unter den Khmer“ von Thabita Pech-Kranch, die als 5-jähriges Mädchen die Zeit der Roten Khmer von 1975-1979 miterlebte und in ihrem Buch aufarbeitete, nahmen den ersten Teil des Abends ein. Bei den Gewalttaten der Roten Khmer wurden ca. 2 Millionen Kambodschaner auf grausame Weise ermordet. Dies war ein Drittel der Gesamtbevölkerung Kambodschas!Die Texte wurden durch die energiegeladene Musik des CelloDuos mit Stücken von AC/DC, Muse und Nirvarna emotional unterstützt.

Werner Helbig führte dann in das Kambodscha von heute, in dem die Menschen noch stark unter den Erlebnissen der Pol Pott-Zeit leiden. Zudem ist Kambodscha heute auf dem Papier eine Demokratie, de facto aber ein totalitär regierter Staat durch Ministerpräsident Hun Sen. Er ist seit 1985 Ministerpräsident und damit der dienstälteste Ministerpräsident der Welt. Er regiert autoritär und wird von außen durch Vietnam und China unterstützt.

Korruption prägt das Land wie kaum ein anderes und durchdringt nahezu jeden Bereich staatlichen Handelns.

Die Strukturen der Überwachung der Roten Khmer vor allem im ländlichen Bereich sind bis heute aktiv, allerdings jetzt durch die CPP (Cambodian Peoples Partie von Ministerpräsident Hun Sen), die mit dem Spitzelsystem die Landbevölkerung in Schach hält und so u. a. die Wiederwahl des Ministerpräsidenten gewährleistet.

Bessere Zeiten erlebte Kambodscha zur Hochzeit der Khmer vom 9. bis zum 15. Jahrhundert. Ein Symbol hierfür ist die Tempelstadt Angkor. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km² wurden bis heute bereits mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Im Großraum von Angkor lebten im 13. Jahrhundert 1,5 Million Menschen. Angkor stellte damit die größte Stadt der Erde dar und Kambodscha eines der führenden Länder Asiens. Begründet wurde dies durch die Entwicklung eines genial durchdachten Bewässerungssystems, das eine Verdreifachung der Reisernten pro Jahr ermöglichte. Aus noch unbekannten Gründen brach dieses Bewässerungssystem im 14. Jahrhundert zusammen, was zum Untergang des Königreiches von Angkor führte. Weltbekannt wurde Angkor durch die noch heute sichtbaren Zeugnisse der Baukunst der Khmer in Form einzigartiger Tempelanlagen – allen voran durch den Angkor Wat, dem größten Tempelkomplex der Welt.

Der kambodschanische Tempeltanz hat sich während der Erbauung der Tempel von Angkor im 8. bis 13. Jahrhundert entwickelt und ist bis heute identitätsstiftend für viele Kambodschaner. Die Tempeltänzerinnen tanzten nur zu Gottesdiensten im Tempel. Der Tanz hatte eine göttliche und heilige Bedeutung.

Der kambodschanische Tempeltanz besteht aus mehr als 3500 Bewegungen, wobei jede Bewegung vergleichbar zur Sprache eine eigene Bedeutung hat. Diese Körperausdrucksformen sind Anleihen aus der Natur oder dem täglichen Leben und haben eine tiefgründige Symbolik.

Die Tänze erzählen unterschiedliche Geschichten aus dem Bereich der Religion, der Historie oder des täglichen Lebens und stellen sowohl eine Form der religiösen Anbetung und Meditation wie auch des unterhaltenden Theaters dar. Der religiöse Hintergrund erstreckt sich hierbei vom Hinduismus über den Buddhismus bis zu den Naturreligionen.

Die Kleidung der Tänzerinnen blieb in den vergangenen Jahrhunderten unverändert und zeigt auch hier den religiösen Charakter. Perlen und Pailletten werden in Form von Lotusblüten und Blättern gestickt. Die Kostüme werden alle in einer einheitlichen Größe gefertigt und jeweils vor dem Auftritt an die Körpergröße angepasst. Das Ankleiden und Einnähen des Kostüms nimmt 2,5 Stunden in Anspruch genommen.

Thabita Pech-Kranch präsentierte den Tanz TEP-MONORUM. Er stellt den freudigen Spaziergang der Götter nach dem Sieg über die Dämonen dar. Der Tanz ist auch als Tanz der Götter und Göttinnen des Glücks bekannt. Es zählt zu den schönsten klassischen Tänzen der Khmer.

Werner Helbig berichtete über die Aktivitäten des Vereins Wasserzeichen e.V.

Durch die Freundschaft zu dem Kambodschaner Jim Yav versorgte der Verein Jims Dorf mit Biosand-Wasserfiltern. Trinkwasser ist in Kambodscha ein großes Problem. Es gibt keine Kläranlagen und so ist das Trinkwasser, welches aus dem Grundwasser gepumpt wird, bakteriell verseucht. Die Folge sind Durchfallerkrankungen, unter denen vor allem Kinder und Alte leiden. Mit Biosand-Wasserfiltern kann dieses Problem relativ einfach behoben werden. 95 % der Kolibakterien werden durch die Filter beseitigt. Wasserzeichen e.V. finanzierte für 250 Familien je einen Wasserfilter, sodass Jims Dorf vollständig versorgt ist. Die Durchfallquote ging daraufhin rapide zurück!

Mit dem Geld, was durch die eingegangenen Spenden übrig war, wurde ein weiteres Projekt finanziert: School Wash Program. Hierbei steht das saubere Trinkwasser ebenfalls im Mittelpunkt. Weiterhin ist aber ein Hygiene-Programm Teil des Konzeptes. Neben der Wasserfilter-Anlage für 250 Menschen werden eine Toilettenanlage, ein Waschhaus und eine Müllverbrennungsanlage gebaut. Die Lehrer der Schule erhalten eine Ausbildung zum Thema Hygiene und schulen die Kinder. Als Effekt nehmen die Kinder das neue Wissen mit nach Hause und lehren es Ihren Eltern und Geschwistern. Die Chrey-Primary-School in der Nähe von Siem Reap ist nun die erste Schule, die finanziert von Wasserzeichen e.V. dieses school wash program in Betrieb nehmen konnte. Alle Bauwerke wurden in kürzester Zeit errichtet und die Schulung der Lehrer durchgeführt. Alle Kinder haben nun sauberes Trinkwasser und die Möglichkeit, Toiletten zu benutzen.

Weitere Schulen rund um Siem Reap benötigen dringend Hilfe und haben bereits nach dem shool wash program gefragt. Dazu benötigt Wasserzeichen e.V.  weitere Spenden. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

Der Verein garantiert, dass jeder Spenden-Euro tatsächlich in einem Wasserprojekt in Kambodscha ankommt.

Werner Helbig

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